Von VMware zu Proxmox migrieren: Ablauf, Kosten und Risiken für den Mittelstand
Wann sich der Wechsel lohnt, wie die Migration abläuft, was sie kostet und wo die Risiken liegen.
Kurz gesagt: Eine Migration von VMware zu Proxmox VE lohnt sich für viele mittelständische Unternehmen, wenn keine wichtigen Funktionen oder Herstellerfreigaben an VMware hängen. Proxmox bringt einen Importassistenten für ESXi mit, der Aufwand liegt aber in Planung, Storage, Backup und Tests. Für drei Server und 20 virtuelle Maschinen rechnen wir im Beispiel mit 10 bis 13 Projekttagen.
Warum wechseln viele Unternehmen von VMware weg?
Der wichtigste Grund ist das geänderte Lizenzmodell nach der Übernahme durch Broadcom. VMware wird heute im Abonnement und in Paketen verkauft. Pro CPU zählen mindestens 16 Kerne, und seit April 2025 gilt eine Mindestbestellmenge von 72 Kernen. Kleinere Umgebungen zahlen dadurch oft für Kerne, die sie gar nicht nutzen.
Proxmox VE ist dagegen Open Source. Bezahlt wird optional eine Subscription pro belegtem CPU-Sockel. Die Anzahl der Kerne spielt keine Rolle, und alle Funktionen stehen in jeder Stufe zur Verfügung.
Ist Proxmox eine gute VMware-Alternative?
Für viele Mittelständler ja, aber nicht für jede Umgebung. Proxmox VE bietet virtuelle Maschinen und Container, Cluster, Hochverfügbarkeit, Live-Migration, Backup und Software-Defined Storage. Nicht jede VMware-Funktion hat jedoch ein direktes Gegenstück.
| VMware | Proxmox VE | Darauf achten |
|---|---|---|
| vCenter | Weboberfläche im Cluster, Proxmox Datacenter Manager | Kein separater Verwaltungsserver nötig |
| vSphere HA | Proxmox HA | Mindestens drei Knoten einplanen |
| DRS | Cluster Resource Scheduling | Regeln und Verhalten vorher testen |
| vSAN | Ceph oder ZFS-Replikation | Storage und Netzwerk neu planen |
| NSX | SDN mit VXLAN und EVPN, integrierte Firewall | Funktionsumfang im Einzelfall prüfen |
Wie läuft die Migration ab?
Eine Migration läuft in sechs Schritten ab: Bestand erfassen, Zielplattform planen, aufbauen, testen, migrieren und dokumentieren.
- Bestandsaufnahme: Virtuelle Maschinen, Betriebssysteme, Storage, Netze, Abhängigkeiten und Lizenzen werden erfasst.
- Planung: Storage, Netzwerk, Backup, Reihenfolge und Rückfallplan werden festgelegt.
- Aufbau: Cluster, Netzwerke und Backup werden eingerichtet.
- Testmigration: Eine unkritische VM wird importiert und auf Start, Treiber, Performance und Wiederherstellung geprüft.
- Migration: Die VMs ziehen in Wellen und in Wartungsfenstern um. Der Importassistent von Proxmox übernimmt sie direkt von ESXi. Die alte Umgebung bleibt bis zur Abnahme erhalten.
- Abnahme: Backups, Monitoring und Dokumentation werden geprüft, danach wird VMware abgeschaltet.
Bei Windows-Servern sind die VirtIO-Treiber der wichtigste Punkt. Sie sollten fest eingeplant werden, damit das System startet und die volle Leistung erreicht. Die VMware Tools werden entfernt, der QEMU Guest Agent wird installiert.
Was kostet die Migration zu Proxmox?
Die Kosten bestehen aus dem einmaligen Projekt und der jährlichen Subscription. Die Subscription richtet sich nach den belegten CPU-Sockeln, die Stufen unterscheiden sich nur beim Support.
| Stufe | Preis | Support |
|---|---|---|
| Community | 120 € | Keine Tickets, für Test und nicht kritische Systeme |
| Basic | 370 € | 3 Tickets pro Jahr, Antwort in 1 Werktag |
| Standard | 550 € | 10 Tickets pro Jahr, Antwort in 4 Stunden |
| Premium | 1.100 € | Unbegrenzte Tickets, Antwort in 2 Stunden |
Quelle: Preisliste von Proxmox, Stand Oktober 2026. Alle Server eines Clusters benötigen dieselbe Stufe.
Drei Server mit je zwei CPUs, 20 virtuelle Maschinen
Die Subscription Standard kostet für sechs Sockel 3.300 € netto pro Jahr. Bei VMware zählen dieselben Server mit 16 Kernen je CPU als 96 Kerne. Multiplizieren Sie diese Zahl mit dem Preis pro Kern aus Ihrem Angebot, dann haben Sie den direkten Vergleich. Das Projekt rechnen wir mit einem Tagessatz von 1.000 € netto: 2 bis 3 Tage Analyse und Planung, 2 bis 3 Tage Aufbau, 2 Tage Backup und Test, 3 bis 4 Tage Migration und 1 Tag Abnahme.
- Aufwand
- 10 bis 13 Tage
- Richtwert
- rund 10.000 bis 13.000 €
Beispiel zur Orientierung, kein Kundenprojekt. Neue Hardware ist nicht enthalten, verbindlich ist das individuelle Angebot.
Welche Risiken gibt es bei der Migration?
Die größten Risiken liegen selten im Import selbst, sondern in Abhängigkeiten, die niemand dokumentiert hat. Prüfen Sie vor allem diese Punkte:
- Herstellerfreigaben: Manche Fachanwendungen und Appliances sind nur für VMware freigegeben.
- Storage: Ein vSAN lässt sich nicht einfach übernehmen, und Ceph braucht passende Hardware und ein schnelles Netz.
- Backup: Die Backup-Software muss Proxmox unterstützen. Das gilt zum Beispiel für Veeam, alternativ gibt es den Proxmox Backup Server.
- Lizenzen: Windows-Aktivierung oder hardwaregebundene Software kann auf die neue virtuelle Hardware reagieren.
- Snapshots: Vorhandene Snapshots verlangsamen den Import und sollten vorher bereinigt werden.
- Betrieb: Ihr Team oder Ihr Dienstleister braucht Erfahrung mit der neuen Plattform.
Wann sollten Sie bei VMware bleiben?
Bei VMware zu bleiben ist sinnvoll, wenn zentrale Anwendungen eine VMware-Freigabe verlangen oder Funktionen wie NSX oder Horizon tief verankert sind. Auch bei einer sehr großen Umgebung kann der Umbau teurer sein als die Lizenz.
Ein guter Zeitpunkt für den Wechsel ist dagegen ein anstehender Hardwaretausch oder eine Vertragsverlängerung bei VMware. Planen Sie rechtzeitig, denn Analyse und Testmigration brauchen Vorlauf.
Proxmox-Migration in München und Umgebung
Wir planen und betreiben Proxmox und VMware für Unternehmen in München und Umgebung, von unserem Sitz in Bergkirchen aus. Mehr dazu finden Sie unter Server & Virtualisierung. Sie möchten wissen, ob sich der Wechsel für Sie lohnt? Schicken Sie uns die Anzahl Ihrer Server und virtuellen Maschinen über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Geht die Migration ohne Ausfall?
Ganz ohne Unterbrechung in der Regel nicht, denn jede VM wird einmal heruntergefahren und auf Proxmox neu gestartet. Mit dem Live-Import startet die VM schon während der Übertragung, sodass die Ausfallzeit kürzer bleibt.
Wie lange dauert eine Migration zu Proxmox?
Für drei Server und 20 virtuelle Maschinen rechnen wir mit 10 bis 13 Projekttagen, verteilt auf mehrere Wochen. Die reine Importzeit hängt von der Datenmenge und dem Netzwerk ab.
Können wir unsere vorhandenen Server weiter nutzen?
Meist ja. Vor der Migration prüfen wir jedoch Alter, Treiber und Storage. Für Ceph oder ZFS ist ein Hardware-RAID-Controller oft nicht die beste Wahl.
Funktioniert Veeam mit Proxmox?
Ja, Veeam unterstützt Proxmox VE. Prüfen Sie vorab, ob Ihre Version und Ihre Lizenz die gewünschten Funktionen abdecken.
Braucht man für Proxmox eine Subscription?
Technisch nicht, denn die Software ist Open Source. Für produktive Umgebungen empfehlen wir sie trotzdem wegen getesteter Updates und Hersteller-Support.
Lohnt sich der Wechsel von VMware für Sie?
Wir schätzen den Aufwand anhand Ihrer Umgebung ein – kostenlos im Erstgespräch.













